Inhaltlich unveränderte Neuauflage. Die fotografische Serie Self-portrait as Actress (1996) präsentiert den im Westen als „Appropriation Artist“ gefeierten japanischen Künstler Yasumasa Morimura in der Verkleidung berühmter Filmschauspielerinnen. Die Selbstinszenierungen kontrastieren mit dem gängigen Schönheitsideal des Kinos und hinterfragen die traditionelle Opposition von „Frau als Bild“ versus „Mann als Blick“. Die in den Werken visualisierte Identität ist sowohl in kultureller als auch geschlechtlicher Hinsicht hybrid. Lena Fritsch gibt einführend einen kurzen Überblick über die Kunstszene in Japan und Morimuras Werk. Sie analysiert drei Werke der Actress-Serie und vergleicht diese mit ihren filmischen bzw. fotografischen Vorlagen. Auf welche Weise inszeniert sich Morimura als Filmstar und inwiefern verändert er die zitierten Bilder? Die Autorin erklärt Parallelen und Besonderheiten der Fotografien in Hinblick auf die westliche und japanische Kulturgeschichte. Auf den Bildanalysen aufbauend stellt sie differenzierte Überlegungen zur Identität an und setzt diese in Beziehung zu postmodernen ebenso wie traditionell japanischen Theorien. Das Buch richtet sich an Kunsthistoriker, Japanologen und alle, die sich für Identitätsfragen in unserer globalisierten Gegenwart interessieren.